Beschreibung
1938 – tief in Livland, der Schnittstelle von Estland und Lettland, entschließt sich die lokale evangelische Herrenhuter Gemeinde zum Bau eines Gebetshauses in Jaanimäe in Estlands Region "Haanjamaa".
Die politischen Gewitter zogen bereits auf. Vom Westen drohten die dunklen Wolken der Nationalsozialisten und warfen Schatten über die osteuropäischen Staaten. Stalins blutige Hand griff nach den Balten. Es folgte 1939 der Hitler-Stalin-Pakt, das Ende der freien baltischen Staaten war da.
Die Gemeinde schaffte es trotzdem, auch in den weiteren Wirren, das Gebäude fertigzustellen.
Und was ist entstanden? Auf dem Granitsteinfundament eines ehemaligen Stallgebäudes wurde, der Philosophie der Herrenhuter Gemeinde entsprechend, ein mit äußerst bescheidenen Mitteln zu bauendes Gebetshaus errichtet. Dem Zeitpunkt des Baues entsprechend konnte das Gebäude nicht komplett die alten Fundamente nutzen. Es entstanden zwei Räume, also ein großer Gebetsraum mit über 80 m² und ein kleinerer Nebenraum mit ca. 40 m². Darüber konnte man eine kleine bescheidenste Dachkammer mit einer Kochstelle errichten.
Das Haus wurde aus lokalen Baumaterialien gebaut. Ungebrannte Lehmziegel aus einer nahegelegenen Lehmkuhle, Bauholz aus den umliegenden Wäldern, inklusive der Holzschindeleindeckung. Getrocknetes Laub als bescheidenste Wärmeisolierung.
Es gab in dem Sinne wohl keine Architekten, keine Bauplanung, kein ausführendes Unternehmen. Die Gemeindemitglieder bauten nach bestem Wissen und Gewissen, gegen alle politischen Stürme.
Eine geistige Heimat entstand. Und blieb bis in die Jahre nach der Jahrtausendwende als Gebetshaus für die Gemeinde erhalten. Eine alte Frau bewohnte die Dachkammer, ohne fließendes Wasser, nur mit dem gemauerten Ofen und einer Ofenbank. Ein Nachbar, Mitglied der nun immer kleiner werdenden Gemeinde, versuchte soweit es ihm möglich war, das Grundstück und das Gebetshaus zu erhalten.
Im Jahr 2023 entschied dann die verantwortliche evangelisch-lutherische Gemeinde, das es an der Zeit ist das Haus abzugeben. Gottesdienste wurden nur noch spärlichst besucht. Das Haus war nicht mehr zu halten, es regnete durch das Dach. Die unter Denkmalschutz stehende Orgel drohte zu verrotten. Es war klar, daß hier nur ein Verkauf als Lösung in Frage kommt.
Anfang des Jahres 2024 kamen dann neue Eigentümer. Eine estnische Keramiktechnikerin „fand“ das Haus und durch ihre zusätzliche akademische Qualifikation im Bereich historisches Bauen war ihr klar, daß dieses einzigartige Haus erhalten werden muß.
Erste Maßnahmen wurden getroffen, das leckende Dach abgedichtet, das verwilderte Grundstück gelichtet, die Tage waren lang...
Diese Arbeiten gingen auch in 2025 weiter, die Lehmverputzung der Lehmziegel wurden in Teilbereichen erneuert, die Renovierung der Fenster begann, es ging weiter.
Nun steht 2026 vor der Tür.
Allerdings jetzt unter geänderten Vorzeichen. Wohin die Reise des Gebäudes und seiner Eigentümer nun geht, das ist aktuell nicht klar. Sicher ist nur, mehr als genug Arbeiten stehen noch an, das Haus und seine Seele müssen, nein werden weiter bestehen.
Deshalb bitten wir um Hilfe. Egal ob du Zimmermann auf der Walz bist, Elektriker, Pfarrer oder Gärtner, Mechaniker oder Friseur. Helfen kann jeder. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und wenn nicht, am Ende zeigt uns der Himmel einen Weg auf...
Was können wir bieten?
Ein Dach über dem Kopf. Ein Auto zur Fortbewegung. Oder ein Motorrad zur Nutzung gefällig? Keine Sorge, davon hat einer der Unterstützer 11 Stück. Werkzeug. Ein wenig Fachverstand. Natur ohne Ende. Fließendes Wasser, aber nicht aus der Leitung. Wir kochen zusammen und kaufen für die Helfer ein. Sonntags gibt es Torte, der Eiderstedter Beteiligte des Projektes kann ohne Schlagsahne nicht leben. Zwei Beteiligte versterben ohne das morgentliche Produkt aus der vorhanden Gaggiaespressomaschine. Also Kaffee satt. Und siebentausendeinhunderteinundsechzig Karmapunkte. Auf Wunsch auch am Bande!
Lohn? Bezahlung? Haben wir nicht. Einer der Beteiligten steigt aus privaten Gründen aus dem Projekt aus und soll noch seinen finanziellen Anteil aus dem Einstieg wiederbekommen, schon das ist surreal für die weiteren Beteiligten.
Du willst Karmapunkte, dann melde dich einfach bei zwei der Beteiligten:
Kersti Kattai = kersti.kattai (ätt) gmail . com
Christoph Hamkens = christoph (ätt) livland-adventures . com
Über die Tätigkeit
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Benötigte HilfeBau- und Renovierungsarbeiten, Ehrenamtliche Arbeit, Haushaltshilfe, Housesitting, Kreative Tätigkeiten, Landwirtschaft und Gartenarbeit, Nachhaltigkeit und Ökoprojekte, NGOs Kinderhilfe, Natur- und Umweltschutz, Petsitting/Tierpflege, Sonstiges (Siehe Beschreibung), Tourismus, Unterricht und Wissensvermittlung
Über die Unterkunft
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UnterkunftsartBett auf der Farm / Scheune
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AusstattungArbeitsplatz für Laptops, Außenbereich oder Terasse, Fortbewegungsmittel (Fahrräder etc.), Küche oder Kochmöglichkeiten, Trockner, Waschmaschine, WLAN
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Max. Anzahl an Gästen2
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Kinder- und FamilienfreundlichJa
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BesonderheitenHaustiere erlaubt, Tiere vor Ort
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VerpflegungNur Unterkunft, Frühstück, Mittagessen, Abendessen, Getränke
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